the early bird
Morgens um 7.30 Uhr am Stubaier Gletscher ist es, als wäre die Zeit 15 Jahre zurückgedreht: als einziger Snowboarder weit und breit wird man mit großen Augen angeglotzt.
27. November 2004 | allgemein | Kommentar lesenMorgens um 7.30 Uhr am Stubaier Gletscher ist es, als wäre die Zeit 15 Jahre zurückgedreht: als einziger Snowboarder weit und breit wird man mit großen Augen angeglotzt.
27. November 2004 | allgemein | Kommentar lesenWar klar, dass die Heizung nicht funktioniert, wenn ich vom Sonnenstichwetter zurück in den feuerbacher November komme. Außer Stubai am Wochenende gibts keinen Grund, sich 30°C Temperaturunterschied anzutun.
23. November 2004 | allgemein | kommentieren
Der Tag hat im Kirstenbosch Botanical Gardens ganz harmlos angefangen. In den weitläufigen Gärten am Fuß der Kapstadter Berge kann man sich eine schöne Zeit machen und ganz relaxed den mal wieder zauberhaften Blick auf die Landschaft und die exotischen Pflanzen genießen.
Der Nachmittag am Strand vom Muizenberg war etwas nervenaufreibender. Kurz zuvor war dort jemand vom Hai gefressen worden. Der Lifeguard – ein 100kg – Raubfisch – Leckerli in knallgelbem T-Shirt – hat seinen Tag damit verbracht, jeden aus dem Wasser zu scheuchen, der weiter als zum Knöchel nass war. Natürlich sind wir trotzdem rein, das Wasser war viel zu verführerisch, um nur am Strand rumzuliegen.
Gerächt hat sich das kurze Zeit später, kurz vorm Italiener in der Waterfront. Ok, wahrscheinlich hatte der Lifeguard nix damit zu tun, auch wenn ein Restverdacht bleibt. Auf jeden Fall hab ich mit einem Sonnenstich + dazugehörigem Zusammenklappen den Abend versaut. Martina hat heldenhaft irgendwie organisiert, dass sie mit dem Auto direkt an den First-Aid-Room fahren konnte, während ich mit Security-Leutenant Joyce geplauscht habe. Eigentlich sie mit mir, denn mir war so sterbenselend, dass ich wohl kaum was sinnvolles formuliert hab.
Vom Bloubergstand aus hat man einen Wahnsinnsblick auf den Tafelberg – 100% postkartengeeignet. Auf dem Weg nach Clanwilliam ändert sich das ziemlich schell. Hier hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, nicht inmitten eines Touri-Schaka-Lakas zu sein. Man hat sich schon so an traumhafte Landschaften gewöhnt, dass die Riesentanker mit den entsprechenden Hafenanlagen, Militärstützpunkte und Plattformen im Meer einen ziemlich hart auf den Boden der Tatsachen zurückholen.
Viel krasser war jedoch der Besuch in der Rooibuschteefabrik. Es hätte uns verdächtig vorkommen müssen, dass wir die einzigen Besucher dort waren. Denn der Film, den wir anstelle einer Führung vorgesetzt bekamen, hat mich ganz übel an Marketing- und Organisationsvorlesungen an der BA erinnert. Komplett mit den Ergebnissen irgendeiner Kreativitätstechnik, was denn mit dem ach-so-tollen-Tee alles gemachten werden kann, den Marketing-Mix-Faktoren dazu und dem Leitbild der Firma im Gehirnwäschestil.
Kathrin hat eine Unterkunft gefunden! Damit steht dem nächsten Wochenende im Stubaital nix mehr im Weg.
In der Gewissheit kann man sich relaxed der Touri-to-do-Liste Tag widmen: Wale gucken in Hermanus und die Winelands um Stellenbosch. Ohne Wale ist Hermanus jedoch ziemlich schnell erledigt. Genauso die Winelands. Nicht, weil Viecher fehlen, sondern weil es wenig verlockend war, Abstecher auf die Weingüter und Städte am Weg zu machen. Die Landschaft ist bezaubernd, aber nicht mehr außergewöhnlich, wenn man täglich auf dem Weg zur Arbeit an Weinbergen vorbeifährt. Ganz ohne Wein sind wir aber doch nicht zurück nach Kapstadt gefahren: auf dem mörderstylishen Weingut von Graham Beck hab ich mir ein Fläschchen Muskatel geleistet. Schade, dass es dort “nur” einen Shop gab, das Gut an sich und die Weinkeller waren nicht zu besichtigen.
Bei Regen den Tafelberg hochzulaufen macht ungefähr soviel Spaß wie mit nassen Jeans Fahrrad zu fahren: keinen. Von den guten zwei Wochen in Südafrika haben wir uns den einzigen Tag mit schlechtem Wetter herausgesucht, um 3 h den Berg hochzukraxeln. Oben angekommen sind wir dann natürlich mitten in den Wolken gestanden, so dass die Fernsicht grade mal zum Signal Hill gereicht hat.
Auf dem Teller sind mir Strauße am sympatischsten. Sie stinken fast so schlimm wie Pinguine, ohne dass in Richtung Niedlichkeit was geht. Aber ohne diese Riesenvögel gäbe es die bezaubernden Lampen mit einem Schirm aus einem Straußenei nicht. In sowas hätte ich meine letzten Rand investiert, wenn sie nach den 2m-Holz-Giraffen nicht auf Platz 2 der ewigen wie-krieg-ich-dass-bloß-heil-heim-Bestenliste stünden. Und wenn es sie mit kontinentaleuropäischem Stromanschluss gäbe.
An unserem 1.Tag in Südafrika sind wir an den Sudwala Caves vorbeigebrettert – die Cango Caves haben wir uns aber angesehen. Und angehört, denn um die Akustik in den Hallen der Tropfsteinhöhle vorzuführen hat die Guide gesungen. Das war sehr beeindruckend, schade, dass dort keine Konzerte mehr gegeben werden.
Danach haben wir den Swartberg Pass genommen: eine enge Sandpiste, die um x Haarnadelkurven durch die Berge führt. Im 1. Gang braucht man für die 40 km ca. 2 h – Fotosessions-Pausen inklusive. Rechtzeitig zum Abendessen waren wir dann in Oudtshoorn, der Straußenhauptstadt Südafrikas. Im Kalinka, einem richtig guten russischen Restaurant hab ich den Vogel ausgetestet. Lecker.
Zum Wasserfall im Tsitsikamma National Park bin ich ohne Wanderstifel und Wasserflasche aufgebrochen. Böser Fehler, denn aus dem kurzen Ausflug wurde ein 3stündiger Gewaltmarsch. Zwar war die Landschaft drum herum mal wieder grandios und das Wetter perfekt, aber in Trekking-Schlappen buchstäblich über Stock und Stein den gelben Wegweiser-Tatzen hinterher zu hüpfen hat nur kurz was von Abenteuer. Danach ist es einfach anstrengend.
Am Wasserfall hab ich mir an den scharfkantigen Steinen im natürlichen Pool die Zehen aufgeschnippelt. Im Krüger Park hätte die Blutspur, die ich auf dem Rückweg gelegt habe, wahrscheinlich Raubtiere angelockt.
Auf dem Weg zum Cape Agulhas hab ich mir trotz halbvollem Tank darüber Gedanken gemacht, ob es wohl noch zur nächsten Tankstelle reicht. In der kargen Landschaft gibt es wesentlich mehr Schafe als Menschen – die Garden Route kommt einem dagegen grün, mit Wasser im Überfluss, hektisch und europäisch vor. Unsere Zwischenstops Swellendam und der Post Office Tree in Mossel Bay waren ok, um sich die Beine zu vertreten. Jeder beliebige Aussichtspunkt an der Strecke hätte es aber auch getan, denn der Höhepunkt des Tages war definitiv Plettenberg Bay mit dem Swallows Nest (unser Hotel) und dem Lookout (Restaurant am Strand).
13. November 2004 | Südafrika | kommentierenEin fähiger Fotograf fängt auf seinen Bildern das wirklich wichtige und einzigartige des Momentes ein. Dazu gehören auf der Kaphalbinsel der atemberaubend schöne Chapmans Peak Drive; die Pinguine in Simons Town, die süß anzuschauen sind, aber ziemlich übel riechen; der Kap der guten Hoffnung, an dem das Spannendste ist, das Bild mit DEM berühmten Schild zu machen – ganz im Gegensatz zum Cape Point, nur einen Steinwurf entfernt und richtig spektakulär.
Als bloßer Knipser kann ich das alles nur in Erinnerungen festhalten.
In 8h kommt man per Auto vom Krüger Park Orpen Gaten zum Johannesburger Flughafen – ohne Zeit, die Camp-Klamotten zu wechsen. An meinem gepflegten Äußeren hat es also sicher nicht gelegen, dass ich auf dem Flug von Johannesburg nach Kapstadt in die Business Class upgegradet wurde.
Dank Small Talk King Andrew und der Zulu-Klicklaut-sprechenden Werbelady mein bester Flug ever. Mit solchen Nebensitzern kann der Tag fast nicht mehr besser werden. Außer, man übernachtet in der Villa Med.
Den ersten Tag in Kapstadt haben wir im cape town explorer verbracht – eine Busrundfahrt mit der man einen groben Überblick über die Stadt bekommt.
Unser Guide erzählt uns erstmal, das am Tag vorher während eines Bushwalks ein Gast an Hitzeschlag gestorben ist. Super. Bei knapp 40°C verbringen wir die Tage im Schatten mit Lesen, Schwätzen und Ausruhen; die Abende mit Game Drives und den frühen Morgen mit einem Bushwalk. Das Zeltcamp hat weder Strom noch fließendes Wasser. Ganz normale Sachen wie Duschen oder nachts den Weg vom Essen zum Zelt zu finden werden da spannend. Am Besten haben mir die Betten gefallen, die so hoch waren, dass man Anlauf gebraucht hat – und dann die Nacht, die rabenschwarz und gleichzeitig ganz still und voll von Geräuschen war.
Tiere gucken im Park ist ein Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde – mit einem Zoobesuch hat es herzlich wenig zu tun. Bei den Ausfahrten fährt man auch mal 20 min in der Gegend herum, ohne ein Tier zu sehen. Bis die Guides dann z.B. nachts (!) ein Chamäleon (!!) in einem Baum am Wegrand sehen und zum genau angucken und anfassen an den Jeep holen. Tagsüber sieht man vergleichsweise viele Tiere. Meine Lieblinge sind die Zebras und Impalas, auch wenn beide sehr häufig sind und man am 3. Tag nur noch für große Rudel anhält, die vor einem über die Straße gehen. Elefanten, Löwen, Rhinos und die anderen dicken Jungs lassen sich nicht ganz so einfach blicken, aber mit etwas Geduld bekommt man sie dann doch zu Gesicht.
the good: die Landschaft ist der helle Wahnsinn – egal wo man anhält, hat man einen kulissenreifen Ausblick. Besonders schön: God’s Window, Berlin + Lisbon Falls
the bad: Panik, dass Martina gekidnappt wurde, als sie an den Lisbon Falls schnell zum Fotos machen verschwunden ist. Ich guck echt zuviel Fernsehen.
the ugly: die Frontalkollision nur vermieden, weil Südafrikaner rechtsfahrende Touris anscheinend gewöhnt sind.
Auf dem Hinweg nix ungewoehnliches: